Wo haben Sie Stress?

Das Tückische an Stress ist, dass man sich daran gewöhnt. Die meisten Menschen halten Stress für „ganz normal“, dabei ist er für unseren Körper so etwas wie Ausnahmezustand. Stress ist letztlich nichts anderes als eine Variante des Kampf-und Fluchtmodus, d. h. eigentlich für Situationen extremer Bedrohung gemacht. Dann macht auch unser Gehirn einen guten Job, denn innerhalb von Sekundenbruchteilen werden alle Ressourcen mobilisiert, Energievorräte umverteilt, kurz: alles mobilisiert, was uns schnell und stark macht. Und dumm, wenn wir ehrlich sind, denn Teil dieses „Notfallprogramms“ ist es, dass im Grunde automatische Reaktionen überlegen. „Erst denken, dann sprechen“ funktioniert sowieso nur in den seltensten Fällen. Wenn wir im Kampf –und-Flucht-Modus sind, gilt: Erst rennen, dann denken. Und das wird zu einem Problem, wenn aus Stress Dauerstress wird.

 

Unser Organismus hat im Laufe der Evolution einige schlaue Strategien entwickelt, um Gefahren zu begegnen. Die grundlegenden Reaktionen sind Kampf oder Flucht, und dafür ist unser Körper gerüstet. Damit haben wir schon das erste Problem, denn sowohl Kämpfen als auch Fliehen stellt sich in der Praxis also ziemlich unpopulär heraus. Deshalb behaupten wir ja, dass es Zeit für ein paar neue Strategien ist, d. h. Umdenken. Fangen wir mit einem Punkt an, den man sich vielleicht nicht so gerne eingestehen will (wer wohl wieder: ja, unser Gehirn, das in etwa so erwachsen reagiert wie Donald Trump): Stress machen uns nicht die anderen, Stress machen wir uns selbst.

 

Stress entsteht in unserem Körper. Wo und wie schauen wir uns noch näher an, genauso wie das, was beim „Notfallmodus“ geschieht. Stressoren im Außen lösen in unserem Organismus automatische Reaktionen aus. Das ist vom Prinzip her eine gute Idee, denn alles, was quasi vorprogrammiert ist, funktioniert schneller und ohne Nachdenken (denn unser Gehirn ist viel langsamer als es uns glauben machen will). Wenn etwas automatisch geschieht, haben wir aber das Gefühl, dass nicht wir es initiieren und dass es sich unserer Kontrolle entzieht. Deshalb machen wir jetzt gleich etwas, das ein Stück Kontrolle gibt und Ihnen helfen wird, das Stressleven langfristig zu reduzieren: wir sortieren. In diesem Fall Stressoren, also Stressauslöser in verschiedenen Lebensbereichen. Stress addiert sich nämlich: Der, den wir vielleicht schon zuhause beim Aufstehen haben, mit dem, was wir bei der Fahrt zum Arbeitsplatz erleben und all dem, was im Verlaufe des Tages noch dazukommt.

 

Bitte beantworten Sie die nachfolgenden Fragen schnell und spontan. Wenn Sie länger über etwas nachdenken, bedeutet das so etwa, dass Ihr Gehirn mit Ihnen diskutieren will. Und Ihr Gehirn will immer recht haben. Drucken Sie vorher noch das Arbeitsblatt aus und tragen Sie Ihre Ergebnisse dann dort ein. 


1.Insgesamt bin ich mit meinem Leben zufrieden.
2.Ich habe Familie und/ oder Freunde, die für mich da sind.
3.Ich mache meinen Job grundsätzlich gerne.
4.Ich glaube daran, dass man selbst seinem Leben eine Richtung geben kann.
5.Ich achte darauf, wie es mir geht und dass ich mich nicht überfordere.
6.Es gibt Dinge in meinem Leben, die mir viel bedeuten und Ansporn sowie Inspiration sind.
7.Ich habe Hobbys oder generell Dinge, die mir Freude bereiten.
8.Ich fühle mich altersgemäß fit und leistungsfähig.
9.Wenn ich zuhause oder mit Freunden zusammen bin, kann ich abschalten und denke nicht an meine Arbeit.
10.Ich werde meist wertgeschätzt für das, was ich tue.
11.Selbst wenn mir meine Arbeit einmal nicht Spaß macht, bin ich doch gerne mit meinem Kollegen zusammen.
12.Nach einem Arbeitstag habe ich das Gefühl, etwas Sinnvolles gemacht zu haben.
13.Ich schlafe normalerweise gut und lange genug.
14.Wenn ich eine Aufgabe erledige, auch wenn sie unbedeutend sein mag, will ich es richtig und gut machen.
15.Meine Ernährung ist meist einigermaßen gesund und vernünftig.
16.Wenn ich merke, dass ich zu viel Stress habe, klinke ich mich kurz aus und versuche, wieder herunterzukommen.
17.Meine work-life-Balance liegt überwiegend im grünen Bereich.
18.Ich sehe Entwicklungsmöglichkeiten bzw. Perspektiven für mich bei meiner Arbeit.
19.Wenn ich etwas sehe, das besser organisiert oder erledigt werden könnte, suche ich mit Kollegen oder Vorgesetzten nach Lösungen.
20.Ich bin gerne bereit, meinen Anteil zu tun, kann aber auch einmal „Nein“ sagen.
21.Ich habe das Gefühl, dass ich genügend Erfahrung, Fähigkeiten und Ressourcen habe, um auch größeren Schwierigkeiten begegnen zu können.
22.Ich bin insgesamt optimistisch, was meine Zukunft und die meiner Lieben angeht.
23.Nach einem Wochenende kann ich wieder entspannt und mit Schwung die Arbeit beginnen.
24.Ich habe Unterstützung durch Freunde, Familie, Gemeinde oder Gruppen, an die ich mich notfalls wenden könnte.
25.Ich lasse nicht zu, dass Stress bei der Arbeit mein Privatleben beeinträchtigt.
26.Ich arbeite gerne im Team und denke, dass wir gemeinsam einen guten Job machen.
27.Wenn es am Arbeitsplatz Konflikte gibt, finden wir meist relativ schnell Lösungen.
28.Ich habe das Gefühl, ausreichend Kraft, Energie und Kompetenzen zu haben, um meine Arbeit zu erledigen.
29.Ich war in den letzten Jahren nicht ernstlich oder über einen längeren Zeitraum hinweg krank.
30.Mein Leben ist nicht nur Routine, sondern es gibt immer wieder Neues, Spannendes oder Erfreuliches.
31.Es ist mir wichtig, mich weiter zu entwickeln und glaube daran, dass man durch Widerstände oder Probleme auch wachsen kann.
32.Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, finde ich eine Menge Dinge, auf die ich stolz sein kann.
33.Ich trinke tagsüber ausreichend und mache auch kleinere Pausen zwischendrin.
34.Ich habe einen Ort, an den ich mich zurückziehen und auftanken kann – allein oder mit anderen.
35.Ich finde auch in stressigen Zeiten die Gelegenheit, mich ausreichend zu bewegen, Sport zu machen oder auch mal richtig Auszupowern.
36.Ich glaube fest daran, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, dass die Welt ein besserer Ort wird.
37.Ich freue mich immer auf den Urlaub, kehre dann aber auch gerne wieder in mein Alltagsleben zurück.
38.Ich glaube, dass ich insgesamt mit meinem Leben wirklich zufrieden sein kann und bin dankbar für das, was ich habe und bin.
39.Ich kann meine Arbeit einigermaßen selbst organisieren und einteilen.
40.Ich lasse nicht zu, dass Stress bei der Arbeit mein Privatleben beeinträchtigt.